Agentur zum Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote
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Ansprüche nach § 45 a und b SGB XI

Die Pflegeversicherung wird im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze 1-3 erweitert und schlussendlich reformiert.

Im Rahmen der Novellierung des SGB XI (dem Gesetz zur Pflegeversicherung) wurde auch der § 45 a ff. SGB XI neu strukturiert und redaktionell geändert.

Die vorher unter niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote bekannten Angebote wurden unter folgender Bezeichnung zusammengefasst: "Angebote zur Unterstützung im Alltag"

 

Pflegestufe oder Pflegegrad?

Bei einem pflegebedürftigen Menschen wird ab 2017 keine Pflegestufe (I-III) durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellt, sondern ein Pflegegrad (I-V). Die bisherigen Pflegestufen entfallen.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der die Grundlage der Begutachtung ist, misst sich an der Ressourcenorientierung. Das bedeutet es wird begutachtet, was ein Mensch trotz seiner Einschränkung noch selbstständig kann; oder teilweise selbstständig; oder nicht selbstständig.

Alle bereits vor 2017 eingestuften Pflegebedürftigen, die bereits Leistungen der Pflegeversicherung bezogen, wurden automatisch in die neuen Pflegegrade übergeleitet. Es bedurfte keiner neuen Antragstellung.

 

Entlastungsbetrag

Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 1 haben Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag von 125,-€ monatlich, eine Ansparung bis zum 30.06 des Folgejahres ist möglich.

Sie können den Entlastungsbetrag aber erst nach einer erfolgten Feststellung der Pflegebedürftigkeit in Anspruch nehmen.

Der Entlastungsbetrag kann nur für bestimmte Leistungen eingesetzt werden (vgl. § 45b SGB XI) nämlich für Leistungen der Tages- und Nachtpflege, Leistungen der Kurzzeitpflege, Leistungen der ambulanten Pflegedienste im Sinne des § 36, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht von Leistungen im Bereich der Selbstversorgung und Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag, im Sinne des § 45a.

Der Anbieter bzw. Träger des Angebots stellt Ihnen nach Inanspruchnahme eines Angebots eine Rechnung. Diese Rechnung können Sie im Anschluss bei Ihrer Pflegekasse einreichen. Eine Erstattung erfolgt, soweit noch Gelder vorhanden sind, dann direkt durch die Pflegekasse an Sie. 

Es gibt auch Träger, die eine "Abtretungserklärung" anbieten. Dadurch übertragen Sie die Aufgabe der Abrechnung mit der Pflegekasse an den Anbieter, bei dem Sie das Angebot nutzen.

 

Was ist Tages- und Nachtpflege?

In Tagespflegeeinrichtungen werden ältere Menschen tagsüber betreut und kehren abends wieder in ihre eigene Wohnung zurück. Dies ermöglicht z.B. berufstätigen Angehörigen, die Pflege zuhause zu übernehmen.

Nachtpflege ist eine Versorgungsform für pflegebedürftige Menschen, bei denen die Betreuung in der Nacht zuhause nicht gewährleistet werden kann. Die Pflegebedürftigen verbringen dann die Nacht in einer Einrichtung und werden dort von einer Nachtwache betreut. Den Tag verbringen sie dann wiederum daheim.

 

Was ist Kurzzeitpflege?

Seniorenheime bieten z.T. Kurzzeitpflegeplätze an. Dies ermöglicht älteren Menschen, die Zuhause gepflegt werden, den zeitlich begrenzten Aufenthalt im Seniorenheim oder einer Kurzzeitpflegeeinrichtung. Das kann z.B. nötig werden, um die Übergangsphase nach einem Krankenhausaufenthalt zu überbrücken oder wenn die Pflege durch pflegende Angehörige zeitweise nicht gewährleistet werden kann (z.B. Kuraufenthalt).

 

Was sind Angebote zur Unterstützung im Alltag?

In  Angeboten zur Unterstützung im Alltag wird die stundenweise Betreuung oder Entlastung i.d.R. durch Ehrenamtliche übernomen. Die Betreuung findet in der Gruppe oder zuhause statt. Die Angebote sind in der Regel sehr kostengünstig und leicht zu erreichen. Auch haushaltsnahe Dienstleistungen fallen hierunter.

Hier finden Sie alle Angebote zur Unterstützung im Alltag näher beschrieben. Weitere Informationen finden Sie unter Pflegende Angehörige/Informationen unter  www.unterstuetzung-alltag-bayern.de

 

Wo kann ich mehr erfahren?

Wenn Sie mehr zu den Voraussetzungen zur Inanspruchnahme oder zur Abrechnung erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Pflegekasse oder an die über 100 Fachstellen für pflegende Angehörige oder die Pflegestützpunkte in Bayern.

Außerdem haben Sie Anspruch auf eine regelmäßige Beratung durch einen Pflegeberater Ihrer Pflegekasse. Diese Beratung muss unabhängig sein und kann bei Ihnen zu Hause stattfinden.

Kontaktdaten

Agentur zum Auf- und Ausbau von Angeboten zur Unterstützung im Alltag

Spitalgasse 3
90403 Nürnberg

Telefon: 0911 - 37 77 53 26
 info(at)unterstuetzung-alltag-bayern.de